Die Geschichte der Insel …

By 10. August 2019Allgemein

Am Anfang war … das Lotuscafe.

lotuscafe screenshotIm Jahr 2007, vor über 12 Jahren, erfuhr ich von Coco, dass sie mit Manohara und Christoph ein spirituelles Internetportal aufbauen wollte: das Lotuscafe. Ende 2007 übernahmen Ramon und ich die vielschichtige Aufgabe, die Software anzupassen und zu optimieren. Zu zweit schraubten, fluchten und erfreuten wir uns an einem Softwarehybriden, bestehend aus zwei fulminanten Programmkomplexen: einer genialen, übersichtlichen, hochfunktionalen, wenn auch extrem nüchternen, jedoch immer noch unschlagbaren Forumssoftware sowie einer durchdachten Datingsoftware, die wir zusammenschweißten. Dieses gelungene Provisorium mit Fehlern, Kompromissen, Unschönheiten, seiner Übersichtlichkeit und seinem ganz eigenen Charme hielt bis Mai 2018.

Zum Leid und Erschrecken vieler wurde dieses Projekt nicht mehr weitergeführt. Es gab finanzielle, rechtliche und emotionale Gründe, jeder einzelne ein echter Killer, die zur Aufgabe dieses Herzensprojektes führten. Auch wenn ich nicht mehr wirklich aktiv im Lotuscafe war und jeden dieser Gründe nachvollziehen konnte, gab es in mir den Unglauben: „Das soll es gewesen sein?!“ Es fiel mir schwer zu akzeptieren, dass dieses Projekt mit seinen wundervollen Seiten nicht mehr bestehen sollte. Ich war aus irgendeinem Grund überzeugt, dass es einen Weg geben musste, interessanten Menschen einen virtuellen Raum bereitzustellen, in dem Austausch stattfinden kann.

Im Mai 2018 war ich meilenweit von dem Gedanken entfernt, als zukünftiger Betreiber einer neuen Plattform aufzutreten. Ich war bereit, wie auch beim Lotuscafe, technisch zu unterstützen. Aber diese rechtliche Verantwortung einzugehen, mich um Buchhaltung zu kümmern, Mitgliedern hinterherzumoderieren, Unmengen von meiner Zeit zu investieren – nichts von dem erschien mir attraktiv.

Die Lotuscafe-Community zerstreute sich, fand sich bei facebook, momanda, jaii, gleichklang und anderen Plattformen ein. Dennoch blieb eine große Lücke: sowas wie das Lotuscafe gab es einfach nicht. Ein paar Altmitglieder sammelten sich und wir berieten, welche Wege es geben könnte, ein neues Portal zu schaffen. Mut, Unmut, Fatalismus und Hoffnung waren nur einige Wellen, durch die wir über Wochen und Monate hindurchliefen. Es gab Unterstützer und Pessimisten, Träumer und Realisten. Viele hatten Meinungen, wussten, was zu tun sei. Unkenrufe und fester Glaube an das Gelingen mischten sich.

Viele Wochen Analyse, Rückschläge und Recherchearbeit später gab es die ersten erhellenden Lichtblicke: wir fanden nach einigen Fehlschlägen endlich einen Weg, wie es klappen könnte. Wie wir die Dinge, die zum Scheitern des Lotuscafes führten, nachhaltig anders lösen konnten. Es war die naive Überzeugung, dass es einfach einen Weg geben musste, die mich die vielen Monate neben meinem „normalen Leben“ motivierte, dran zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben.

Wir schafften es,

  1. die Kosten eines solchen Projektes ohne Qualitätsabstriche massiv zu reduzieren,
  2. wählten einen Verein als nachhaltigen und rechtssicheren Rahmen und
  3. fanden eine Basissoftware, die unseren erhöhten Ansprüchen genügte: sie sollte übersichtlich, flexibel, updatefähig, robust, skalierbar und zeitgemäß sein. Um ein erneutes Scheitern zu vermeiden, brauchte sie auch erweiterte Funktionalität zum Schutz der Privatsphäre und eigener Räume (Gruppen).

Nachdem einige hundert Mitglieder angefragt wurden, ob sie das Projekt in der Anfangsphase unterstützen würden und eine starke positive Antwort kam, legten wir konkret los. Es gingen zahlreiche Förderspenden ein, ohne die ich nicht weiter gemacht hätte. Diese Beträge machten es möglich, dass Du das hier heute liest. Ein großes Danke nochmal an Dich und dein Vertrauen, wenn Du dazu beigetragen hast, uns allen das hier finanziell zu ermöglichen!

12 Jahre sind im Internet eine sehr lange Zeit, in der sich die Welt stark verändert hat: die Verwendung mobiler Geräte, Ansprüche an Komfort, Funktionalität, Geschwindigkeit, Leistungsfähigkeit und Bedienbarkeit sind gewachsen. Nein, die Insel ist nicht wie das Lotuscafe. Sie hat einen anderen Charme, ein anderes Gesicht, andere Fehler, einen anderen – nicht besseren – Anspruch, einen anderen Fokus, sie ist komplexer und damit nicht so übersichtlich wie es das Lotuscafe war. Sie ist das Ergebnis von über einem Jahr Arbeit, in der wir versucht haben, die Aspekte des Lotuscafes, die zu seinem Scheitern führten, zu vermeiden und das Positive so gut wie möglich zu bewahren. Ja, es braucht etwas Zeit, sich zurechtzufinden. Das ist bei jeder anspruchsvollen und komplexen Software so. Sie ist auch noch nicht fertig und vielleicht wird sie das auch nie. So wie das Lotuscafe, das als wirklich gut funktionierender Kompromiss und Wanderbaustelle viele Jahre durchgehalten und seinen Zweck erfüllt hat. Ich wünsche uns, dass uns diese Lösung hier sehr viele wertvolle Begegnungen und echten Mehrwert in unserem Leben schenkt.

Ich schreibe diesen Beitrag zwei Tage vor Eröffnung der Insel, die nach 443 Tagen nach Schließung des Lotuscafes online gehen wird. Ich weiß nicht, wie es werden wird, ob es so funktioniert, wie ich mir das ausgedacht habe. Aber ich weiß sicher: ich würde mich genauso wieder entscheiden und ich weiß, dass das Leben immer einen Weg findet. Sei dir sicher: sollte dieses Projekt auch irgendwann scheitern, so wird es immer wieder Wege geben, wie Menschen sich im Internet in geschütztem Rahmen begegnen können. Aller Unkenrufe zum Trotz: es ist möglich. Das Leben wird immer einen Weg für unsere wertvolle Vernetzung finden. Danke dir, dass du hier bist! Danke allen, die mich und dieses Projekt unterstützt haben und weiterhin unterstützen!

Wir sind ab 11. August 2019 gegen nachmittag Online: https://die-insel.online

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